Setzen Sie ein Zeichen für Tempo 30 in Deutschland!

1982 schrieb der SPIEGEL:

»Tempo 30 in den Städten in Großversuchen zu erproben – das ist die brisanteste Empfehlung der von der Bundesregierung eingesetzten ‚Höcherl-Kommission‘, die unter Vorsitz des ehemaligen Innenministers Hermann Höcherl (CSU) ein umfassendes Verkehrssicherheitskonzept erarbeiten sollte.« [Der Spiegel 39/1982]

Aus dem Großversuch wurden die ersten Tempo 30 Zonen. Mit der Änderung der Straßenverkehrsordnung 2001 wurde die Einführung großräumiger Tempo 30-Zonen auf Grundlage von Paragraph 45 der Straßenverkehrsordnung ermöglicht.

In der Folge haben viele Städte und Gemeinden die Vorteile von Tempo 30 erkannt und große Teile ihrer Stadtgebiete als 30er-Zonen ausgewiesen. In München erreichen die ausgewiesenen Tempo 30 Bereiche sogar 80 Prozent, in Berlin ca. 75 Prozent.

Doch die Umsetzung in den einzelnen Städten ist sehr unterschiedlich. Einige Städte haben zwar Beschlüsse für eine großräumige Ausweisung von Gebieten als Tempo 30-Zone gefasst, aber die Umsetzung lässt auf sich warten. Andere Städte beschränken sich darauf, nach wie vor relativ kleinräumige Tempo 30-Bereiche zu schaffen, zum Beispiel vor Schulen und Krankenhäuser.

Immer mehr Menschen und Organisationen in Deutschland und Europa sehen in Tempo 30 eine sinnvolle stadtverträgliche Geschwindigkeit - nicht zuletzt auf Grund des Engagements des VCD und anderer Verbände, die seit Jahren für die Vorteile von Tempo 30 werben. Doch Tempo 30-Zonen sind nur ein erster Schritt.

Wozu Tempo 30 als Basisgeschwindigkeit, es gibt doch genügend Zonen?

Damit die Vorteile von Tempo 30 voll zum Tragen kommen, ist es wichtig, Tempo 30 als Basisgeschwindigkeit in geschlossenen Ortschaften einzuführen. Der ständige Wechsel der Geschwindigkeiten macht den Straßenverkehr oft unübersichtlich und unverständlich. Bisher muss nachgewiesen werden, warum die Geschwindigkeit auf bestimmten Strecken oder in bestimmten Gebieten abgesenkt werden soll, zum Beispiel in Wohngebieten oder vor Schulen. Das führt zu einer Vielzahl von Schildern und erfordert von Autofahrern eine erhöhte Aufmerksamkeit, sich den ständig wechselnden Geschwindigkeiten anzupassen. Gerade kurze Strecken mit Geschwindigkeitsbegrenzung finden deshalb wenig Akzeptanz.

Tempo 30 als Basisgeschwindigkeit innerhalb geschlossener Ortschaften ist ein klares Bekenntnis für mehr Sicherheit und Lebensqualität in unseren Städten und Dörfern, nicht nur direkt vor der Schule, sondern überall dort, wo wir unterwegs sind und uns aufhalten.

Tempo 30 als Basisgeschwindigkeit bedeutet: Schneller darf nur dort gefahren werden, wo der Bedarf an einer höheren Geschwindigkeit nachgewiesen und sichergestellt werden kann. Dadurch muss nicht mehr der Großteil aller Straßen überprüft und beschildert werden, sondern nur noch der kleinere Teil Hauptstraßen mit wichtiger Verbindungsfunktion. Mit einer entsprechenden Änderung der Straßenverkehrsordnung können wir viel erreichen:

  • Mehr Sicherheit auf unseren Straßen
  • Mehr Klarheit und Übersichtlichkeit
  • Ein flüssiger und gleichmäßiger Verkehrsablauf
  • deutlich mehr Akzeptanz bei allen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern für Tempo 30

Trotz all dieser Vorteile scheut sich die Bundesregierung Tempo 30 als Basisgeschwindigkeit innerorts festzusetzen. Dabei hat sich auch der Sachverständigenrat für Umweltfragen in seinem aktuellen Gutachten für eine Basisgeschwindigkeit von 30km/h in Innenstädten ausgesprochen (www.umweltrat.de). Grund für den VCD, sich kontinuierlich für Tempo 30 zu engagieren. Mit Argumenten und Aktionen.

Setzen Sie ein Zeichen für Tempo 30!

Unterzeichnen Sie die »VCD-Tempo 30-Liste«. Machen Sie deutlich: Es gibt ein breites Bündnis für Tempo 30. 

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